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Thema: Poststil des Teams ~ so posten wir :)
Nocona Colquhoun

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13.10.2019 18:34 Forum: Written letters

Regengötter

Mary, Jack und Nocona | 01.10.2014 | nächtliche Morgenstunden


Die Nacht konnte nicht mehr lange dauern. Zu viele Stunden schon hing die düstere Schwärze über ihnen. Auch der Regen war nicht weniger geworden, längst hatte er ihre Kleidung gänzlich durchdrungen, sie durchnässt bis auf die Haut.
Nocona hielt den Freund gestützt, schwer lag Jack auf seinen Schultern, musste sich mit jedem Schritt mehr ziehen lassen. Die Wunde war nicht tödlich, nicht sofort, aber sie war tief genug, um Schmerzen zu erzeugen; Schmerzen und das tiefe Gefühl, sich ausruhen zu müssen.
Auch Nocona hatte den Kampf nicht unverletzt überstanden. Aber er konnte die kleine Wunde noch ignorieren, war noch wütend genug über das, was geschehen war, den Kampf und den Verrat, der ihm vorgelagert gewesen war. Auch Stunden später noch würde er nicht glauben können, dass ausgerechnet Timothy sich hatte kaufen lassen, einer seiner längsten Verbündeten und lautesten Stimmen gegen die Willkür des Staates. Nocona ahnte, dass Timothy seine Gründe haben musste, aber er würde sich nicht die Zeit nehmen, weiter darüber nachzudenken. Es gab weniges, das in dieser Welt aus Kriminalität und Untergrund eindeutig war, aber der Zwang zur Loyalität gehörte dazu. Timothy hatte sie verraten, dafür gab es keine Entschuldigung. Nie.

Sie hatten endlich wieder die Stadt erreicht, schier unendlich zogen sich die langen Straßen hin, umsäumt von eintönigen Reihenhäusern und beleuchtet von Laternen, die fast vergessen ließen, dass es immer noch Nacht war. Nocona zog Jack weiter; der Freund schwieg, nur ab und an stöhnte er, auf als müsse er sich auf diese Weise daran erinnern, dass ein Ausruhen unmöglich bleiben würde.
Schließlich erreichten sie eine U-Bahnhaltestelle, stiegen hinab in das tiefe Gangsystem des öffentlichen Nahverkehrs und warteten. Selbst in Chicago spürte man die Schwere der Nacht um solch eine Uhrzeit. Der Bahnsteig war fast leer, zwei Obdachlose versuchten, in einer Ecke zu schlafen, eine junge Frau tippte unruhig auf der Stelle. Ihr waren weder die beiden Gestalten am Boden, noch die zwei Männer geheuer, die nass und einander stützend auf der Sitzreihe platzgenommen hatten. Irgendwann kam der Zug, nahm sie mit sich, irgendwo in das Innere der Stadt.

Mit zunehmender Mühe brachte Nocona Jack in eines der Krankenhäuser. Er fühlte sich heiß an, trotz der Nässe und des kalten Windes. Sein Körper kämpfte gegen den Blutverlust und den Schmerz. In der Notaufnahme setzte Nocona Jack einfach irgendwo ab, nahm sein Portemonnaie und meldete ihn an. Zum Glück waren sie fast alleine. Nur ein junges Pärchen saß noch in einer Ecke und wartete, sie unterhielten sich leise, nahmen kaum Notiz von den zwei Neuankömmlingen.
Nocona blieb stehen, ging in Jacks Nähe langsam auf und ab, wartete. Immer wieder blickte er zu dem Freund herüber, der immer mehr in sich zusammenzusacken schien. Doch Nocona wollte sich nicht neben ihn setzen, zu viel Angst hatte er, dass es ihm nicht viel besser ergehen würde als Jack, wenn er erst einmal Platz genommen hätte.
Schließlich aber, er wusste nicht wie oft er unter dem flackernden Licht der grellen Neonlampen schon hin und her gelaufen war, trat eine Krankenschwester aus einem Gang hervor und winkte beiden, ihr zu folgen. Nocona half Jack sich aufzurichten und zog ihn mit sich, in den Gang hinein, hinter dessen Türen sich die einzelnen Behandlungszimmer befanden. Er auf dem Behandlungstisch ließ er wieder von ihm ab. Doch nur mit offensichtlicher Mühe konnte sich Jack aufrecht halten und fiel nicht nach hinten.
Nocona sah ihn für einen Moment an und überlegte, ob er nicht eigentlich den Raum wieder verlassen sollte als eine junge Ärztin den Raum betrat und die Tür hinter sich schloss. Nocona trat sofort zurück, bis er die kühle Wand in seinem Rücken spürte. Sie sollte sich um Jack kümmern und nicht erst auf die Idee kommen, auch ihn noch auszufragen. Für einen kurzen Moment hielt er die Luft an und beobachtete die Ärztin dabei, wie sie näher an den Behandlungstisch trat.

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